Fehlt eine dieser Komponenten, versucht der Besucher, dies auszugleichen: Er fragt das Personal, läuft ziellos umher oder gibt auf. Eine digitale Karte behebt das Fehlen eines Schildes nicht wie durch Zauberei; sie verringert jedoch durch aktuelle Routenführung und Suchfunktion die Unsicherheit an Entscheidungspunkten.
Warum reicht ein Schild allein nicht aus?
Ein Schild ist statisch. Die Organisation verändert sich. Eine Ambulanz zieht um, ein Geschäft schließt, ein Flur wird renoviert. Die Aktualisierung von Schildern ist langsam und teuer; digitale Anzeigen sind schneller. Außerdem zeigt ein Schild jedem Besucher die gleichen Informationen an; die digitale Wegführung lässt sich hingegen je nach Ausgangspunkt und Zugangsprofil personalisieren. Deshalb erfordert modernes Wayfinding das Zusammenspiel von statischen und dynamischen Ebenen.
Wie funktioniert ein Wegeschema?
Das Herzstück der digitalen Wegführung ist der Routengrafik. Die Grafik modelliert begehbare Wege anhand von Knoten und Kanten. Knoten sind Entscheidungspunkte oder Verbindungspunkte; Kanten sind Flurabschnitte. Der Algorithmus sucht in dieser Grafik den optimalen Weg vom Startpunkt zum Ziel. Fehlt der Graph, bricht die Route ab; ist der Graph zu überladen, steigen die Wartungskosten.
Um in DrawMap360 ein solides Routennetz aufzubauen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Zeichnen Sie zunächst das Grundgerüst der Hauptkorridore
- Verbinden Sie die Etagenverbindungen (Aufzug, Treppe, Rolltreppe) klar miteinander
- Verbinden Sie kritische POIs über kurze Zweige mit dem Rückgrat
- Einbahnstraßen, geschlossene Bereiche und Berechtigungsbeschränkungen in die Randbedingungen einarbeiten
- Führen Sie vor der Veröffentlichung einige End-to-End-Routen-Smoke-Tests durch
Ein Routenplan bedeutet nicht, „jeden Quadratmeter mit einer Linie zu überziehen“. Es reicht aus, das Netzwerk darzustellen, das der Besucher tatsächlich abläuft. Überflüssige Verzweigungen verlangsamen nicht nur die Darstellung, sondern führen auch zu falschen Abkürzungen.
Wichtig:
Die digitale Route darf nicht im Widerspruch zu den Bezeichnungen auf den Schildern stehen. Wenn auf der Karte „Eingang Block B“ steht, auf dem Schild aber „Ost-Eingang“, spaltet dies das Wegeleitsystem in sich selbst. Erst eine einheitliche Benennung, dann die Darstellung.
Barrierefreie Wegführung
Eine Wegführung, die nur für gehfähige Besucher konzipiert ist, bleibt unvollständig. Ein barrierefreies Profil kann Bereiche mit Treppen ausschließen, den Einsatz von Aufzügen vorschreiben und enge Gänge als Hindernisse einstufen. Damit dieses Profil funktioniert, müssen die Barrierefreiheitsmerkmale auf der Grafik korrekt gekennzeichnet sein. Andernfalls ist die Kennzeichnung „barrierefreier Weg“ nicht zuverlässig.
Zu beachtende Punkte bei der Barrierefreiheit:
- Aufzugsknotenpunkte müssen mit allen relevanten Etagen verbunden sein
- Ausschluss von „Treppen-only“-Abkürzungen bei der Barrierefreiheitssuche
- Zuordnung von Kosten zu den Präferenzen für Rampen und breite Flure
- Deutliche Kennzeichnung des Profils auf dem Ergebnisbildschirm
In DrawMap360-Veröffentlichungen ist die barrierefreie Route mehr als nur eine gesetzliche oder organisatorische Anforderung – sie ist Teil des Besuchererlebnisses. Eine falsche barrierefreie Route kann einen größeren Vertrauensverlust verursachen als die falsche Lage einer Toilette.
Aufgabenteilung zwischen Beschilderung und digitaler Karte
Eine gute Aufgabenteilung lässt sich wie folgt beschreiben: Die Beschilderung legt die räumliche Identität und die Hauptrichtungen fest; die digitale Karte liefert personalisierte Routen, Suchfunktionen und den aktuellen Status. Die Beschilderung sagt: „Sie befinden sich hier / Die Ambulanzen liegen in dieser Richtung.“ Das digitale System sagt: „Ihr Termin ist in der Poliklinik X im 3. Stock; hier ist die Route mit dem Aufzug.“ Das eine ersetzt das andere nicht.
Für die Abstimmung reichen drei Regeln aus:
- Ein und dasselbe Objekt sollte denselben Namen tragen
- Entscheidungspunkte müssen sowohl auf dem Schild als auch auf der Karte erkennbar sein
- Vorübergehende Schließungen sollten digital schnell und auf den Schildern so weit wie möglich angezeigt werden
Wenn diese Regeln befolgt werden, muss der Besucher nicht zwischen den beiden Kanälen hin- und herwechseln. Das Wegeleitsystem spricht eine einzige Sprache.
Lebenszyklus nach der Installation
Wayfinding ist kein einmaliges Projekt. Umbauten, saisonale Auslastungen, neue Einheiten und Notfallszenarien wirken sich ständig auf das Netzwerk aus. Vorschlag für den Betriebsrhythmus:
- Wöchentlich: Bekannte Sperrungen und Wegänderungen aktualisieren
- Monatlich: Kritische Routen von Anfang bis Ende ablaufen oder vor Ort überprüfen
- Vierteljährlich: Überprüfung der Konsistenz zwischen Beschilderung und digitalen Angaben
- Nach einem Vorfall: Notausgänge und Sammelplätze überprüfen
In Teams, die DrawMap360 nutzen, sind das Zurücknehmen von Veröffentlichungen und die Einhaltung von Versionsdisziplin Teil der Qualität der Wegführung. Sollte eine falsche Route live geschaltet worden sein, muss ein schneller Korrekturweg im Voraus definiert sein.
Fazit: Wegfindung ist ein System
Die kurze Antwort auf die Frage „Was ist Wegfindung?“ lautet „Orientierung“. Die aussagekräftige Antwort lautet hingegen: Es handelt sich um ein System, in dem Benennung, Entscheidungspunkte, Beschilderung, digitale Routenvisualisierung und Barrierefreiheit zusammenwirken. Die Antwort auf die Frage „Wie funktioniert es?“ verbirgt sich ebenfalls in der Grafik: Wenn die begehbaren Wege korrekt modelliert sind, ist die Route zuverlässig; sind sie jedoch nicht korrekt modelliert, verliert sich der Besucher, egal wie schön die Beschilderung auch sein mag.
Unternehmensteams unterteilen Wayfinding oft in „Beschilderung“ und „Kartografie“. Diese Trennung verursacht Kosten. Der Beschilderungslieferant verwendet eine andere Terminologie, das Digitalteam wählt andere Bezeichnungen, und das Personal vor Ort muss beides auswendig übersetzen. Ohne ein gemeinsames Vokabular und ein gemeinsames Verzeichnis der Entscheidungspunkte kann kein Kanal das Problem im Alleingang lösen. Legen Sie vor Beginn des DrawMap360-Projekts die bestehende Beschilderungsliste und die Codes der Etagenpläne nebeneinander; klären Sie zunächst widersprüchliche Bezeichnungen und erstellen Sie dann die Zeichnung.
Ein erfolgreiches Wegeleitsystem gibt klare Antworten auf drei Fragen: Wo glaubt sich der Besucher zu befinden, wohin möchte er gehen und unter welchen Einschränkungen kann er sich fortbewegen? Eine Route, die ohne die Beantwortung dieser drei Fragen entworfen wird, ist lediglich eine Linie. Sind diese Fragen jedoch beantwortet, wird die DrawMap360-Ausgabe zu einem die Beschilderung ergänzenden, aktualisierbaren und messbaren Wegfindungsdienst.
DrawMap360 hilft Ihnen dabei, die digitale Ebene dieses Systems mit Plänen, POIs und Routen im Metermaßstab aufzubauen. Sie müssen das Schild nicht entfernen. Es reicht aus, die Sprache des Schildes digital fortzuführen und dem Besucher einen aktuellen, personalisierten Weg zu weisen.
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet Wegeleitung nur „Schilder“?
Nein. Das Schild ist nur eine sichtbare Ebene. Beschriftungen, Entscheidungspunkte, Routengrafiken und Barrierefreiheit bilden zusammen das Wegeleitsystem.
Reicht eine digitale Karte ohne Routenplan aus?
Suche und Anzeige können hilfreich sein; für eine zuverlässige Turn-by-Turn-Wegführung ist jedoch ein begehbares Routennetz erforderlich.
Ersetzt eine digitale Karte die Beschilderung?
Das sollte sie nicht. Beschilderung vermittelt eine feste Identität und die Hauptrichtungen; die digitale Ebene liefert aktuelle und personalisierte Routen.
Wie wird eine barrierefreie Route zuverlässig?
Aufzugsanbindungen, Treppenausnahmen und Flureinschränkungen müssen in der Grafik korrekt markiert sein; schließlich muss das verwendete Profil klar dargestellt werden.
Sind Sie bereit, die digitale Wegeleitungs-Ebene einzurichten, die Ihre Beschilderung ergänzt?
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